Tax CMS? Umsatzsteuer E-Learnings!

Umsatzsteuer Tax CMS

 

Tax CMS? Umsatzsteuer E-Learnings!

Spätestens seit 2016 beschäftigt die Errichtung eines Tax CMS (Tax Compliance Management-System) die deutsche Steuerwelt. Grundlegende Bedeutung kommen dabei E-Learnings im Bereich der Umsatzsteuer zu.

 

Tax CMS – Worum geht es?

Tax Compliance bedeutet kurz gesagt „die Einhaltung der steuerlich relevanten Vorschriften“. Für Unternehmen stellt dies angesichts der zunehmenden Pflichten eine besondere Herausforderung dar. Dies gilt insbesondere für den Bereich der Umsatzsteuer. Denn hierbei handelt es sich um eine „Massensteuer“ mit einer Vielzahl täglich vorkommender Vorgänge. Gleichzeitig sind hier regelmäßig steuerlich nicht vorgebildete Personen eingebunden. Damit birgt diese Steuerart ein vergleichsweise hohes Risikopotential.

Berichtigung von Fehlern oder Selbstanzeige?

Die Klärung eines fehlerhaft behandelten Sachverhaltes führt dann oftmals nicht nur zu einem relevanten administrativen Aufwand. Zudem können Verstöße gegen Steuervorschriften zu Bußgeldern und ähnlichen Sanktionen führen und sogar eine persönliche strafrechtliche Verantwortlichkeit der Geschäftsführung (und gegebenenfalls Prokuristen) nach sich ziehen. Im Falle eines Fehlers besteht zwar gemäß § 153 AO die Möglichkeit, die Steuererklärung zu berichtigen. Nach Verschärfung der Vorschriften zu der strafbefreienden Selbstanzeige (§ 371 AO) im Jahre 2014 war jedoch eine gewisse Zeit unklar, wo die Grenze zu ziehen ist zwischen der Berichtigung aufgrund eines bloßen Versehens und einer Selbstanzeige aufgrund einer strafrechtlich relevanten Leichtfertigkeit oder wegen Vorsatzes. In 2016 hat das Bundesfinanzministerium daraufhin ein klargestellt, dass ein Tax CMS ein Indiz gegen das Vorliegen eines Vorsatzes oder einer Leichtfertigkeit darstellen kann (vgl. BMF-Schreiben vom 23.05.2016, BStBl I 2016, 490 sowie AEAO zu § 153 AO).

Vorteile des Tax CMS

Dementsprechend kann ein Tax CMS also helfen, straf- und bußgeldrechtliche Sanktionen für das Unternehmen und seine Geschäftsführung zu vermeiden. Lässt sich ein strafrechtlicher Vorwurf dem Grunde nach nicht verhindern, so kann ein Tax CMS nach Auffassung des Bundesgerichtshofes immerhin begünstigend bei der Bemessung von Geldbußen zu berücksichtigen sein (BGH, Urteil vom 09.05.2017, 1 StR 265/16).

Vor allem aber sollte ein Tax CMS Steuerrisiken und potenzielle Fehlerquellen bereits im Vorfeld identifizieren und tatsächlich entschärfen. Und dann bietet es auch wirtschaftliche Vorteile: So kann es zu Erleichterung bei Betriebsprüfungen, einer besseren Kontrolle der Steuerquote und -planung, der Vermeidung von Doppelbesteuerungen und der Kostensenkung dienen.

Was versteht man unter einem Tax CMS?

Keine gesetzliche Definition

Es gibt keine gesetzliche Definition des Tax CMS. Allerdings enthielt bereits das BMF-Schreiben „Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff (GoBD)“ vom 14.11.2014 erste Hinweise. Dabei ging es um die Ausgestaltung von IT-gestützten Rechnungslegungsprozessen (die am 11.07.2019 veröffentlichte Aktualisierung dieser Grundsätze wurde inzwischen wieder zurückgezogen und ist zur Zeit Gegenstand weiterer interner Abstimmungen).

Praxishinweis des Instituts der Wirtschaftsprüfer (IdW)

Eine Hilfestellung hat das IdW im Mai 2017 mit dem „IDW Praxishinweis 1/2016: Ausgestaltung und Prüfung eines Tax Compliance Management Systems gem. IDW PS 980“ veröffentlicht. Hier werden die Anforderungen an die Ausgestaltung eines Tax CMS konkretisiert, welches dann auch durch einen Wirtschaftsprüfer testiert werden kann.

Danach besteht ein Tax CMS aus den sieben Elementen

(1) Compliance-Ziele
(2) Compliance-Kultur
(3) Organisation zur Unterstützen der avisierten Compliance-Ziele
(4) Feststellung und Analyse der Compliance-Risiken
(5) Compliance-Program (z. B. in Form einer „Risiko-Kontroll-Matrix“)
(6) Kommunikationsprozesse und
(7) Monitoring

Das Tax CMS muss auf das einzelne Unternehmen abgestimmt sein. Es soll die Rechtsform, Größe und Organisationsstruktur, die Branche, Art und Umfang der Geschäftstätigkeit sowie den Grad der Automation von Prozessabläufen berücksichtigen. Das Tax CMS kann sich auch zunächst auf eine Steuerart beschränken. Dies kann sich insbesondere dann anbieten, wenn ein Unternehmen gerade erst mit der Implementierung eines Tax CMS beginnt.

Wir freuen uns, Sie hierbei mit unseren Umsatzsteuer E-Learnings unterstützen zu können.